Es gibt viele Arten des letzten Geleits.
Und nicht nur den Friedhof als Erinnerungsort.

Die Wahl der letzten Ruhestätte ist oft schwieriger als gedacht. Neben den Kosten spielen natürlich auch die Persönlichkeit des Verstorbenen, die Möglichkeiten der Grabpflege oder die Bedeutung eines festen Erinnerungsortes eine Rolle. Grundsätzlich unterscheidet man die Erdbestattung und die Feuerbestattung.

Bei der Erdbestattung wird der Verstorbene in einem Sarg auf dem Friedhof beigesetzt. Eine Trauerfeier kann dabei in der Kirche, in der Trauerhalle oder direkt am Grab stattfinden, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Die Feuerbestattung bezeichnet die Verbrennung des Verstorbenen in einem Sarg im Krematorium und die anschließende Beisetzung der Asche in einer Urne. Hier erfolgt häufig die Trauerfeier am Sarg und auf Wunsch am darauffolgenden Tag die Beisetzung der Urne im Familien- und Freundeskreis. Natürlich sind aber auch eine Trauerfeier an der Urne und andere Varianten möglich. Neben dem Friedhof kommen bei der Feuerbestattung auch andere letzte Ruhestätten in Betracht.

Hier geht es zu unserer Auswahl an Särgen, Urnen und Sargkreuze.

Verschiedene Grabarten

Neben der klassischen Beisetzung von Sarg oder Urne in einem Wahl- oder Reihengrab gibt es heute auch die Möglichkeit der anonymen Bestattung sowie moderne Urnenstelen. [Mehr…]

Wahlgräber mit einer oder mehreren Grabstellen bezeichnet man auch als Gruft bzw. Familiengruft. Sie können in der Regel selbst ausgesucht und nach der Ruhezeit (je nach Friedhof zwischen 25 und 40 Jahren) verlängert werden. Reihengräber dagegen sind Einzelgrabstellen, die immer der Reihe nach belegt werden und deren Nutzung nicht verlängerbar ist. Nachdem die Ruhezeit für das letzte Grab auf dem Feld abgelaufen ist, wird es eingeebnet und wiederbelegt.

Bei einer Feuerbestattung wird statt eines klassischen Grabes häufig eine Urnenstele gewählt. Dieses säulenförmiges Gebilde aus Naturstein oder Beton ist freistehend oder neben anderen Stelen im Boden verankert und kann eine oder mehrere Urnen aufnehmen. Die Urnenkammer wird nach der Beisetzung mit einer Abdeckplatte verschlossen, die meist den Namen des Verstorbenen trägt. Diese platzsparende und optisch ansprechende Bestattungsform hat den Vorteil, dass die Friedhofsverwaltung die Pflege der Anlage übernimmt. Es gibt in der Regel aber nur eine zentrale Ablagestelle für Blumen.

Bei einer anonymen Bestattung hat die Grabstätte keine persönliche Kennung. Sie ist bei Erd- und Feuerbestattungen möglich. Ihre Handhabe ist abhängig von den jeweiligen Friedhofsbestimmungen. Sehr oft können Angehörige nicht an der Beisetzung teilnehmen und erfahren auch nicht den genauen Ort und Zeitpunkt. Falls es möglich ist, bei der Beisetzung anwesend zu sein, wird darum gebeten, keine Blumen mitzubringen. Für Blumen und Kränze gibt es eventuell einen zentralen Ort, an dem sie abgelegt werden dürfen.

Zu den unterschiedlichen Möglichkeiten und Kosten für die letzten Ruhestätten beraten wir Sie gerne. Für einen ersten Überblick sehen Sie hier die Friedhofsgebührensatzungen. Die Adressen von Friedhöfen, Krematorien, Gärtnereien und Steinmetzen haben wir ebenfalls für Sie zusammengestellt.

Alternative Ruhestätten

Neben dem Friedhof sind in der modernen Bestattungskultur viele neue Orte als letzte Ruhestätte möglich, die allerdings alle eine Kremation voraussetzen: das Meer, Wiesen, Bäume oder sogar das Weltall. [Mehr…]

Bei der Seebestattung wird eine wasserlösliche Seeurne mit der Asche des Verstorbenen auf der Nord- oder Ostsee oder Übersee außerhalb der Drei-Meilen-Zone ins Meer gelassen. Immer ist sie begleitet von einer feierlichen Zeremonie nach seemännischem Brauch. Sie kann als stille Beisetzung oder in Anwesenheit der Angehörigen erfolgen. Diese erhalten eine Kopie der Seekarte mit exakter Positions- und Zeitangabe der Bestattung sowie einen Auszug aus dem Logbuch.

Die Baumbestattung meint die Beisetzung der Urne im Wurzelbereich eines Baumes in einem dafür vorgesehenen Friedwald. In unserer Umgebung stehen dazu mehrere Wälder in Hagen, Lünen, Coesfeld und Warendorf zur Verfügung. In den Schweizer Alpen ist das Verstreuen der Asche auf einer dafür bestimmten Wiese möglich. Durch den Friedhofszwang ist bei uns das Verstreuen der Asche nur auf wenigen deutschen Friedhöfen erlaubt.

Zu den exklusiveren Bestattungsarten zählt die Luftbestattung, bei der die Verstreuung der Asche würdevoll bei einer Fahrt im Heißluftballon vorgenommen wird. Die in der Schweiz erlaubte Himmelsbestattung bezeichnet den Transport der Aschekapsel mit einem Wetterballon in bis zu 35.000 Meter Höhe, wo der Ballon schließlich zerplatzt und die Asche in alle Winde verweht. Bei der Weltraumbestattung dagegen wird nur ein kleiner Teil der Asche als symbolischer Akt mit einer Weltraumrakete in die Umlaufbahn gebracht. Die übrige Asche muss konventionell bestattet werden.

Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten ist es sehr sinnvoll, sich rechtzeitig auch über die eigene Bestattung Gedanken zu machen. Wichtige Informationen dazu lesen Sie hier.

Trauerrituale in anderen Kulturen

Die respektvolle Verabschiedung von Verstorbenen nimmt in der ganzen Welt und quer durch alle Religionen einen hohen Stellenwert ein. Hier stellen wir Ihnen verschiedene Rituale vor. [Mehr…]

Bestattung im Christentum

Die Begleitung von Sterbenden und Trauernden, die Sorge um die Toten und die Gestaltung der Beerdigungsliturgie von der Begräbnismesse bis zum letzten Geleit waren und sind für die Kirche immer ein deutliches Zeichen gelebten und bezeugten Glaubens. Bei den Katholiken gibt es in manchen Regionen am Tag vor der Bestattung ein Totengebet in der Kirche, das meist von der Nachbarschaft organisiert oder in Verbindung mit einer Messe abgehalten wird. Am Beerdigungstag geht der Beisetzung eine katholische Messe oder ein evangelischer Gottesdienst voraus. Im Trauerzug wird der Sarg dann von der Kirche zum Friedhof begleitet und zum Grab getragen. Das Glockenläuten und die Worte am Grab sollen die Himmelfahrt der Seele begleiten und der Trauerbewältigung dienen.

Bestattung im Islam

Im Islam ist die Bestattung mit zahlreichen Einzelvorschriften verbunden, deren Unterlassung als Sünde gilt. Nach dem Beerdigungsgebet und der rituellen Waschung soll der Leichnam in Leintücher gewickelt möglichst noch am Todestag auf einem muslimischen Gräberfeld beerdigt werden. Zum Leichenzug gehören traditionell nur Männer. Das Tragen der Bahre ist eine Ehre, nach der Überlieferung bewirkt es Sündenvergebung. Der Tote wird bei der Grablegung auf die rechte Seite gelegt und sein Kopf in Richtung Mekka ausgerichtet. Die Anwesenden füllen die Erde in das offene Grab, bitten dabei um seine Vergebung und rezitieren Korantexte.

Für gläubige Muslime ist eine Verbrennung ist nicht statthaft, ebenso wie jeglicher Grabschmuck. Außerdem darf die Totenruhe nicht mehr gestört werden. Bei den Beileidsbezeugungen halten sich Männer und Frauen an getrennten Orten auf. Frauen werden von Nachbarinnen und Verwandten versorgt, Männer lesen Korantexte und gedenken des Toten. Almosen werden verteilt. Nach etwa 40 Tagen gibt es ein Totenmahl für Freunde und Verwandte, an dem manchmal auch das ganze Dorf teilnimmt. In Deutschland kollidieren einige islamische Bestattungsbräuche wie zum Beispiel die Bestattung gleich am Sterbetag mit den rechtlichen Bestattungsregelungen. Der bei uns herrschende Sargzwang dagegen wird im Koran nicht behandelt. Dies rührt aus den traditionellen Gegebenheiten, da früher Holz in den östlichen Ländern meist Mangelware war.

Bestattung im Buddhismus

Für Buddhisten ist der Köper lediglich eine Hülle für den Geist, der jedoch mit gebührendem Respekt behandelt werden soll. Einheitliche Regelungen zur Abschiednahme bestehen nicht, da es sehr viele unterschiedliche Strömungen dieser Religion gibt. Einige bestatten Verstorbene in Fötusstellung, um für ihre Wiedergeburt die besten Voraussetzungen zu schaffen. Manche Abschiednahmen werden als fröhliche Feier mit Musik, Feuerwerk und einem Festessen begangen, während andere Feierlichkeiten eher von der Trauer um den Verstorbenen geprägt sind.

Die buddhistische Glaubensrichtung lässt sowohl eine Erd- als auch eine Feuerbestattung zu. Während man in Großstädten die Verstorbenen in Hightech-Krematorien verbrennt, wird für Verstorbene in den ländlichen Gebieten auch heute noch eine Grube ausgehoben und eine Art Scheiterhaufen errichtet. Nach der Kremation werden die Knochenreste mit Hilfe zweier verschiedener Stäbchen aus Bambus bzw. Holz in eine Urne gesammelt und auf dem Friedhof unter einem Grabstein oder in der Knochenhalle eines Tempels beigesetzt, manchmal aber auch in Flüssen. Bei der Erdbestattung ist noch immer der traditionelle, kübelartige Sitzsarg gebräuchlich, in dem der Verstorbene in Hockstellung, mit dem „Paradiesseil" umwickelt, beigesetzt wird.

Bestattung im Judentum

In der jüdischen Religion sollen die Toten bis zur leiblichen Auferstehung am jüngsten Tag im Grab ruhen, daher ist eine Erdbestattung vorgeschrieben. Der Leichnam wird zuerst auf die Erde gebettet und ein Licht angezündet. Dann folgt die rituelle Waschung (Tohora) und die Bekleidung mit dem weißen Totengewand. Bis zur Beerdigung sitzt ein Wächter (Schomer) neben dem Toten und sagt verschiedene Psalmen auf. Die Trauerfeier findet in der Leichenhalle statt. Ein Rabbiner hält die Trauerrede und dann spricht meist der Sohn des Verstorbenen das Totengebet (Kaddisch), bevor der Tote zum Grab begleitet wird.

Auf dem Friedhof reißen sich die Anwesenden zum Zeichen der Trauer die Kleider ein oder zumindest symbolisch eine Krawatte oder ein angeheftetes Band ab. Beim Verlassen des Friedhofs wäscht man sich die Hände, ohne sie abzutrocknen, um die Erinnerung an den Verstorbenen zu verlängern. Es folgt eine siebentägige Trauerperiode (Schiwa) mit strengen Regeln: Die Trauernde sollen zu Hause bleiben, nicht arbeiten, auf niedrigen Schemeln sitzen und keine ledernen Schuhe tragen. Auch Baden, Rasieren, Schminken, Haareschneiden und Geschlechtsverkehr sind verboten. Selbst das Lesen in der Tora ist untersagt, da es ein Quell der Freude ist. Am Jahrestag des Todes wird für gewöhnlich der Grabstein gesetzt. Auf jüdischen Gräbern sieht man häufig Steinchen, die Besucher dort zur Erinnerung abgelegt haben.

Orthodoxe Bestattungen in Russland

Da die Orthodoxen an die Wiedervereinigung der Seele mit dem Körper in der Ewigkeit glauben, ist in den orthodoxen Kirchen ausschließlich die Erdbestattung erlaubt. Der Verstorbene wird gewaschen und bekleidet und die rechte Hand kreuzförmig über die linke gelegt. Man bahrt den Verstorbenen in einem mit Weihwasser besprengten Sarg mit dem Gesicht nach Osten hin auf und legt ihm eine Ikone des Erlösers in die Hände.

Nach dem Lesen der sogenannten Psalter endet die Aussegnung mit dem Abschied vom Toten. Dabei verbeugen sich alle Anwesenden vor dem Sarg und küssen die Stirn des Verstorbenen. Dann bedeckt der Priester das Gesicht für immer mit einem Tuch und streut Erde darauf, bevor der Sarg geschlossen wird. Wenn der Sarg unter Gesängen in das Grab hinuntergelassen wird, halten alle brennende Kerzen in den Händen. Das liturgische Totengedächtnis wird in der Regel am ersten, fünften, siebten und vierzigsten Tag nach der Bestattung sowie jährlich am Todestag gefeiert.